PIUMA "Teste und lebe mit Hoffnung"

Tuesday, January 30, 2007

Last Day

Wider einmal ist es soweit und meine Abreise steht kurz bevor.Piuma ist etwas nervös da jetzt alle Volunteers abgereist sind.Der Hausbau geht vorran,und wir haben jetzt
mit dem Innenverputz angefangen. das Bargeld ist jetzt zu Ende und wir müssen uns jetzt etwas gedulden. Es gab vor einigen Tagen ein Treffen aller Ngos in Makete.
Wie immer wurde Piuma,obwohl wir eine der grössten Gruppierungen sind,wieder als letzter Informiert.
Es gibt insgesamt 24 Ngos in Makete. Ärzte ohne Grenzen hat Makete den
Rücken gekehrt.
Trotz eines grossen Etats waren die Erfolge in diesem schwierigen Umfeld eher
Mäßig.
Pole Sana kwa People Living with Hiv-Aids.
Wir "PIUMA" werden nicht aufgeben um unsere Rechte zu KÄMPFEN.
Gemeinsam mit Hilfe aller unserer Freunde in Tansania,Europa, Canada wird auch hier der Fortschritt im medizinischen Bereich,leider langfristieg, trotz aller Schwierigkeiten nicht Aufzuhalten sein.

Saturday, January 27, 2007

Schwein gehabt-Pech gehabt

Schon vor einigen Monaten wurde in der Nähe von meiner Ortschaft eine Sau gestollen.
´Der Dieb wurde dabei erwischt und kam dabei ums Leben.Die Polizei marschierte nach einer Woche auf,der Mörder sitzt im Gefaengniss. Ein Schwein nur,die Lebensgrundlage
für eine ganze Familie für ein Jahr.Wird jemand krank und man benoetigt Medikamente
so kann man zur Not wenigstens das Schwein verkaufen.
200.000.- Euro geklaut,Glück gehabt,keine glaubwürdigen Reporte über Spendengelder geliefert, zur Belohnung hat der Herr Bischof dafür ein neues Auto bekommen,um 60.-000,- Euro.So geschehen anno 2006 im Bezirk Makete.
Dieser Herr ist zuständig für das Bulongwa Hospital.Seit 2 Monaten funktioniert die
CD4 Maschine nicht mehr.Das wichtigste Gerät um zu wissen wie es um den Gesundheitszustand eines HIV-Aids kranken Menschen steht.Einige Piuma Members wissen nun schon ein Jahr nicht um Ihre Werte bescheid.Sie werden vertröstet und eigentlich
nicht behandelt.Gestern sagte ein Artzt zu einem Piuma Member,was willst Du,Du siehst ja sehr Gesund aus.Dieser Arzt muss schon ein sehr guter Augendiagnostiker sein. Es ist ja kein Geld ahnscheinend da um das Gerät zu reparieren.
Nur einmal in der Woche war es möglich diesen Test zu machen.In der Klinik von DR.
Brandl wurde sogar am Sonntag das Gerät in Betrieb genommen.
Teilweise nach einem Fussmarsch von 20-40 kilometern wieder heimgeschickt zu werden ohne irgend einen Erfolg,ausser sich noch mehr Sorgen über die eigene Gesundheit
machen zu können,ist schon sehr bitter für jeden Kranken.
Auch macht es mich traurig und Nachdenklich wenn ich sehe wie viele Ngos im Bezirk Makete in Sache Aids arbeiten,es aber nicht schaffen Informationen auszutauschen.
In allen anderen Beziken fällt die Hiv- Rate, und hier steigt sie. Aber alle Arbeiten
natürlich sehr hart.Wir die Betroffenen bedanken uns ganz herzlichst für diese hervorragende Leistung.
Die Zeit verrinnt und heilt leider keine Toten.
Das unnötige Sterben geht weiter.

Thursday, November 30, 2006

Happy Birthday PIUMA!

Mit dem 1. Dezember, Welt-AIDS-Tag wird PIUMA offiziell ein Jahr alt. Es wird ein kleines Fest in Bulongwa organisiert. Wir hoffen, es wird uns verziehen, dass wir fuer dieses Fest fuer ca 100 Menschen TSH 50.000 (Euro 35) ausgegeben haben. Wir werden wieder eine kleine "Demonstration" veranstalten und unsere Banner auspacken und versuchen, nicht nur ueber Probleme zu sprechen, sondern wirklich die positiven Dinge des letzten Jahres hervorzuheben. Wie ich schon einmal sagte, wir mit unserer europaeischen Ungeduld, wir, die wir meinen 4000 Jahre einfach ueberspringen zu koennen ... koennen alle, die hier gearbeitet haben, stolz sein, dass PIUMA zwar noch nicht laeuft, aber selbstaendig gehen gelernt hat.
Wenn man die Finanzen des Krankenhauses sieht, wo ausgebildete Fachkraefte die Buchfuehrung machen, und sie es nicht schaffen, in zwei Jahren irgendwelche ehrlichen Reporte vorzuweisen, so sind wir bei PIUMA innerhalb nur eines Jahres bereits weitergekommen. Unsere Geldfluesse kann man nachvollziehen.
Vor drei Wochen begann die Regenzeit und somit wird mit Transporten usw wieder alles um einiges schwieriger werden. Doch wir haben es rechtzeitig geschafft, das Dach fertigzustellen. Auch hatte ich einige Angst um die Arbeiter auf der Baustelle, da das Loch fuer die Toilette immerhin 4,5m tief ist und sie darin bei stroemenden Regen die Senkgrube aufmauern mussten. Doch Gott war wieder mal auf unserer Seite und alles verlief zur Zufriedenheit.
Jetzt muss PIUMA daran arbeiten, mir Kostenvoranschlaege fuer die naechsten Bauabschnitte zu liefern. Laut unseren Schaetzungen werden sich die Kosten fuer Tueren und Fenster sowie fuer den Innenverputz, als auch die Fertigstellung des Bodens auf ca Euro 5.000 belaufen.
Wie auch immer, wenn man bedenkt, dass wir im Maerz mit unserem Hausbau begonnen haben, sind wir doch schon ziemlich weit gekommen. Man stelle sich vor: keine Mischmaschine, kein Betonwagen, kein Strom, Wasser muss zur Baustelle getragen werden, alles Hand-Arbeit ...
Wir danken den Handwerkern, davon sind auch einige PIUMA-Members, fuer ihre hervorragende Arbeit.
Wenn PIUMA Qualitaeten entwickelt und so massiv wird, wie das Haus - dann ihr korruptiven Maechte des Landes, nehmt euch in Acht!
Mungo akubariki PIUMA. Gott ist mit uns. Ahsante sana.

Meeting vorm Haus

Wir haum uns a Haus herbaut

Nachtrag vom 16.11.2006

Morgen ist ein grosses Meeting bei unserem Haus. Nun sind die PIUMA-Members gefordert, aktiv auch selbst mitzuarbeiten. Es gibt jede Menge Kleinkram zu erledigen. Das ist nicht anstrengend und verlangt keine besonderen Kenntnisse.
Die PIUMA’s sind, was das Reden anbelangt, schon kleine Politikier geworden. Das haben sie wirklich gut gelernt. Jetzt ist die Weizenernte abgeschlossen und es gibt keine Ausreden mehr, nicht auch zur Tat zu schreiten.
Jede Menge neue Komitees wurden gegruendet. Vorgestern erklaerte ich dem Finanz-Team, dass dies eine der wichtigsten Funktionen in einem Verein ist. Es gilt zu beweisen, das PIUMA faehig ist, dass sie es besser machen koennen, und dass hier kein Geldfluss unklar bleibt!
Es gibt auch eine kleine Regelsaenderung. Wenn ein Vorstandsmitglied mehr als dreimal nicht zu einem Meeting erscheint, kann es von den anderen abgesetzt werden.
Der Rohbau ist soweit fertiggestellt, und ab morgen sollte es nicht mehr reinregnen. Vom Geruest ist viel Holz vorhanden. Wenn PIUMA wirklich einen Huehnerstall haben will, dann muss der Zaun usw. jetzt gemacht werden.
In Vorbereitung fuer das morgige Meeting wurde auch ein neues Projekt vorgestellt. Die Modeschule Herbststrasse, Wien, die PIUMA schon mehrmals tatkraeftig und nicht nur mit Geldleistungen unterstuetzt hat, waere interessiert, PIUMA-Khangas – die schoenen bunten Tuecher, die von allen Frauen getragen werden – zu produzieren. Wir bedanken uns bei StudentInnen und der Lehrkoerperschaft sehr herzlich!
Vielleicht kann unser Haus ja auch wirklich als neue Klinik dienen. Die Wege dafuer scheinen offener zu sein. Die Geruechtekueche brodelt …

Warum Weshalb Wieso

Nachtrag vom 20.11.2006

Warum bekommt PIUMA erst einen Tag vor Abgabefrist die Information, fuer Gelder von TACAIDS (Tanzanian Commission for AIDS) ansuchen zu koennen?
Saemtliche regionale Gruppen, nicht alle davon sind registrierte NGO’s, bekamen zwischen 2,5 und 7 Mio. TSH.
Weshalb haben wir uns vier Stunden Arbeit gemacht, ein 80seitiges Antragsformular auszufuellen? Der Village Secretary schrieb ebenso einen Introduction-letter ueber die Taetigkeiten PIUMA’s in der Region und den daraus resultierenden Benefit der hier lebenden Menschen.
Am Ende stellte sich heraus, dass unser Formular unausgefuellt, und nur mit einer Geldforderung bei TACAIDS landete. Wieder einmal wurden die PIUMA-Members untergebuttert. Geld ist Macht. Da wird wohl befuerchtet, dass PIUMA zu maechtig wird.
Nochmals zur Erinnerung: Was sind die Ziele PIUMA’s? Ein funktionierendes Spital, dass Patienten mit HIV/AIDS den Richtlinien gemaess behandelt werden, dass die lebenswichtigen Medikamente jederzeit ausreichend zur Verfuegung stehen …
Traurig erscheint mir nach wie vor, dass verschiedene Gruppen von PLWHA (People living with HIV/AIDS) scheinbar noch immer nicht an einem Strang ziehen koennen. Mit MASUPHA gaebe es eine Schwesterorganisation in Makete, jedoch regieren noch immer Neid und Konkurrenzdenken.
Erfreulich ist, dass PIUMA’s im Raum Bulongwa voellig akzeptiert sind, es bestehen kaum noch Beruehrungsaengste, die Menschen sind aufgeklaert und wissen ueber die Krankheit Bescheid. Kondome werden schon viel eher akzeptiert als vor zwei Jahren und ich werde staendig darum gebeten, Kondome zu verteilen. In Europa erscheint mir das alles viel komplizierter.

Wednesday, November 08, 2006

Dachstuhl in progress

Der Weizen wird von der Spreu getrennt

In den letzten paar Wochen war im Bezirk Makete die Weizenernte voll im Gange. Die Ernte war erfolgreich und ist fast vollstaendig eingefahren. Die Stimmung in der Bevoelkerung ist momentan sehr positiv, da die Ernte dieses Jahr sehr ertragreich war.
Auch bei PIUMA wird sich in den naechsten Wochen weisen, was Spreu, was Weizen ist. Schon vor einigen Wochen wurde unser lieber Herr Bauvorstand, Mr. Yusuf, von PIUMA entlassen. In zwei Monaten nur einmal auf der Baustelle zu erscheinen, bei keinem Meeting anwesend zu sein und dann nur einen Brief mit Forderungen zu senden, war sogar den PIUMA-Members etwas zu wenig an Leistung.
Bei den naechsten beiden Meetings am 10.11. und am 15.11. wird wieder einmal sehr viel zu diskutieren sein.
Auf der Baustelle ist soweit alles in Ordnung. Der Dachstuhl ist fertiggestellt. Leider gibt es wieder einmal Probleme mit dem Transport und mit der Preisfixierung. Die Inflationsrate in diesem Bezirk bezueglich Zement- und Iron-Sheets-Preisen scheint horbitant zu sein. Als naechstes steht die Toilette an. Die Senkgrube wurde bereits ausgehoben, doch scheint die Regenzeit frueher als sonst zu beginnen. Und wir hoffen, dass die Grube nicht wieder einstuerzt.
Wieder einmal Zahltag. Es muessen die Rechnungen fuer IronSheets im Wert von TSH 3 Mio, sowie 50 Pakete Zement und diverses Kleinmaterial wie Eisen im Wert von ca TSH 1 Mio beglichen werden. Mit Fertigstellung des Dachstuhls und der Giebelmauern bekommen auch die Arbeiter ihre naechste Rate von TSH 1 Mio ausgezahlt. Die Arbeitskosten fuer die Toilette sind mit TSH 520.000 veranlagt.
Kaum ist das Rohgebaeude fertig, wandern unsere Gedanken zur Energieversorgung des Hauses. Es ist wahrscheinlich von Vorteil eine eigene Energiequelle zu nuetzen (Solaranlage?) und natuerlich einen Generator, da die Wasserturbine des Krankenhauses nicht immer verlaesslich arbeitet. Auch die Wasserversorgung stellt ein eigener Problempunkt dar. Das ortsansaessige Wassernetz funktioniert nur sehr sporadisch, also wird ein SIM-Tank mit Fassungsvermoegen 3.000l wohl die beste Herangehensweise sein. Kostenpunkt inkl. Fundament und Zuleitungen fuer den Tank bei ca TSH 500.000.
Unsere Bar-Reserven sind wieder einmal weggeschmolzen. Und wir sind stolz darauf, jeden verwendeten Cent belegen zu koennen. Wir BAUEN wie immer auf die Solidaritaet unserer Freunde in der ganzen Welt und moechten hiermit auf folgende Kontonummer verweisen: Evangelische Kreditgenossenschaft 7.402.050, BLZ 31800, Kennwort: PIUMA-Building, IBAN: AT02 Ahsante sana im Namen von ueber 200 PIUMA-Members.

Tuesday, October 17, 2006

Der buerokratische Spaziergang

Gestern wollten Judith und ich unsere Besucherin aus Kanada - Christina Clausen - ein bisschen in der schoenen Umgebung Bulongwas herumfuehren. Nach dem Besuch der Baustelle kam uns schon nach einigen hundert Metern ein Auto entgegen. Ohh, das schaut aber schon wieder sehr offiziell aus ... Sind das schon wieder unsere Freunde und Helfer? Sie fuhren 150m weiter, doch ploetzlich kamen sie im Retourgang zurueck, hatten doch grade drei wazungo ihren Weg gekreuzt. Langer Rede kurzer Sinn, die Immigrationsbehoerde hatte uns gefunden. Es ist immer wieder sehr seltsam fuer uns, warum diese Officers sich immer zuerst im Krankenhaus ueber uns informieren. Mit dem haben wir jetzt ja wirklich nix mehr zu tun, ausserdem ist es fraglich, was "unsere Freunde" dort ueber uns erzaehlen.
Im Auto am Weg nach Lupaso dachte ich mir schon, jetzt gibt es sicher keinen Strom, damit wir unsere Residence Permits ausdrucken koennen. Dem war auch so. Die Officers fragten dann tatsaechlich eine recht europaeische Frage, wann der Strom wieder zurueckkommt. Als ob das hier irgendjemand wissen kann! Wir hatten Glueck, es dauerte nur eine halbe Stunde. Daraufhin schaffte es Judith Gottseidank - nach doch einigen Schwierigkeiten - unsere Papiere ausdrucken zu koennen.
Noch nicht ganz zufrieden, fuhren wir mit dem Immigration-Taxi noch einmal nach Zambia. Dort gibt es seit einigen Wochen eine Photokopiermaschine, sonst haetten wir naemlich mit nach Makete muessen. Kabuyo und Wema durften noch einen Brief verfassen und abends konnten die armen Officers endlich ihren harten Arbeitstag beenden. Faszinierend, wieviel Aufmerksamkeit uns geschenkt wird, und auch wieviel Geld wir diesen Officers wert sind. Man bedenke den weiten Weg von Njombe nach Bulongwa.
Wir hoffen, dass nun diese leidige Angelegenheit mit unseren Papieren einen friedlichen Abschluss gefunden hat.

Wie lange muss das Sterben noch weitergehen?

Leider ist dieses Wochenende wieder ein junger PIUMA-Member verstorben.
PIUMA ist aufgefordert, auch selbst noch ein bisschen mehr Solidaritaet zu zeigen. Zum Beispiel, dass kranke Members im Krankenhaus taeglich besucht werden, gefragt werden, ob sie behandelt werden, Nahrung bekommen. Es ist nicht so selbstverstaendlich wie bei uns, dass man im Krankenhaus Verpflegung bekommt. Hat man keine Familie mehr oder Freunde, die einen mit Essen versorgen - hoert sich hart an, aber - dann hat man Pech gehabt.
Nur durch Fragen kann evaluiert werden, ob und wie die Versorgung im Krankenhaus stattfindet.
Denn ohne diese Informationen kann niemand nachvollziehen, warum innerhalb von eineinhalb Wochen drei unserer Mitglieder verstorben sind.
Es ist verstaendlich, dass sich Menschen mit einer potentiell toedlichen Krankheit nicht gerne mit dem Tod auseinandersetzen. Hier wie dort. Es werden keine Fragen gestellt. Sterben muss man halt. Jeder irgendwann.
Doch dieses Sterben ist vielleicht gar nicht notwendig, wenn es eine ausreichend gute Behandlung vor Ort gibt und wenn Kranke keine Angst davor haben muessen, ins Spital zu gehen.

Sunday, October 15, 2006

Das obligate Wochenendspielchen

Gestern nach dem Wochenendmarkt sass ich mit Mr. Aizack und Mr. Kabuyo in einer Bar in Zambia. Mr. Mayola, der ranghoechste Beamte im Dorf kam nach einigen Minuten zu uns und sagte mir, dass ich zu meinem Haus gehen muesse, weil ein Junge auf mich warte. Ich dachte mir vorerst nichts, als ich dann mit Aizack und Kabuyo zu meinem Haus kam, waren wir alle ueberrascht den District lawyer und den Krankenhausmanager anzutreffen. Wieder einmal zeigte sich jemand sehr interessiert an meinen Papieren und was ich hier mache. Ich sagte daraufhin, dass Judith und ich schon von der Polizei verhoert wurden. Der Anwalt meinte nur, dass sie von der Polizei keine Informationen bekaemen. Wieso auch?! Diese beiden Herrschaften haben nicht im geringsten das Recht, mir Fragen zu stellen, mich einzuschuechtern ... - sie beteuerten ja auch, wie sehr sie um meine Sicherheit besorgt sind. Das kostet mir wirklich ein Laecheln. Ich bin schon das dritte Mal hier und noch nie hatte ich irgendwelche Probleme.
Ich erzaehlte ihnen, dass meine Arbeitspapiere eigentlich schon bis Ende naechsten Jahres ausgestellt waren, aber darin stand, dass ich Missionar bin, was ja nicht den Tatsachen entspricht. Fuer mich wurden da nur zwei Worte vergessen. Wenn man so will bin ich ein Missionar "kwa Ukimwi" (fuer AIDS-Aufklaerung).
Warum ist das government ploetzlich so interessiert an uns? Gesponsert und geholfen haben sie PIUMA noch nie. Im Gegenteil, jede Menge buerokratische Holpersteine wurden uns in den Weg gelegt.
Auch wurde ich gefragt, warum ich noch nicht beim District erschienen bin. Ich habe kein Problem, mich beim District Medical Officer vorzustellen. Da ich jedoch kein "medical staff" bin, sehe ich eigentlich keine Notwendigkeit dazu. Ich teilte ihm auch mit, dass wir eine NGO sind, ich nicht politisch taetig bin und fuer mich es nur wichtig ist, dass es eine funktionierende Klinik mit ausreichend Medikamenten gibt.
Zum Schluss hoerte ich noch, dass das government ueber jeden meiner Schritte informiert sein moechte - natuerlich nur zum Schutze meiner Sicherheit!
Diese Spielchen sind mir undurchschaubar, ich will mich auch gar nicht damit belasten. Jedoch mir scheint, es stehen uns noch einige Ueberraschungen ins Haus.

Wednesday, October 11, 2006

Bischof Manyiewa und seine Freunde die Polizei

Wie wir schon Anfang des Jahres bemerken konnten, als PIUMA eine Demonstration ankuendigte, hat Bischof Manyiewa einen guten Draht zur Polizei. Obwohl in diesem Land lt. Gesetz Demonstrationsfreiheit herrscht, schlagen die Uhren anscheinend fuer Menschen, die um ihr Leben kaempfen etwas anders.
Wie uns jetzt zu Ohren gekommen ist, ist auch diesmal wieder unser lieber Freund der Bischof mit der Polizei in Verbindung getreten, und hat sich beschwert, dass etwas mit unseren Arbeitspapieren rechtlich nicht in Ordnung sei. Unsere Papiere befinden sich in Dar Es Salaam und wurden mittlerweile per Fax an die Polizei in Makete uebersandt.
Mr. Manyiewa und Mr. Mchechi scheinen auch mit der Verhaftung von Jackson Mbogela zu tun zu haben. In Zambia wurde mir berichtet, dass Jackson vorgeworfen werden soll, das Krankenhaus zu verleumden, abgelaufene Medikamente ausgegeben zu haben.
Lt. unseren Informationen wurden ungefaehr zehn PIUMA-Members von der Polizei vorgeladen. Generell scheint die Bevoelkerung grosse Angst vor diesem Polizeiapparat zu haben, denn viele Members trauten sich nicht mit ihren Medikamentenboxen vor die Polizei zu treten.
Immerhin oeffnen sich jetzt die Ohren in Tansania und auch in der restlichen Welt fuer den friedlichen aber muehsamen Kampf um Beruecksichtigung der Rechte von Menschen mit HIV/AIDS. Trotz aller Hindernisse - wie immer - PIUMA imara cama simba!